30. März 2021

DAV erneuert Kampagne #natürlichklettern

Die Osterferien stehen vor der Tür, und mit ihnen beginnt traditionell die Sportklettersaison draußen. Wegen nach wie vor geschlossener Kletterhallen und Grenzen dürfte diese an den Felsen in Deutschland intensiver ausfallen als in normalen Jahren. Dabei werden nicht nur erfahrene Kletterinnen und Kletterer unterwegs sein. Sondern auch viele, die sich die ersten Male an die Felsen wagen. Entsprechend groß sind die Herausforderungen vor Ort: Wo parken? Wie zu den Einstiegen kommen? Wann und wo ist klettern überhaupt erlaubt? Die DAV-Kampagne #natürlichklettern informiert über die wichtigsten Regeln zum fairen und naturverträglichen Klettern.

Klettern ist ein wunderbarer Sport: Er ist gesund, macht riesig Spaß und fördert das Miteinander. Kein Wunder also, dass der Klettersport seit vielen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Wo viele Menschen sind, bleiben Konflikte allerdings nicht aus. Das ist beim Klettern nicht anders als in allen anderen Bereichen des sozialen Lebens. Im zurückliegenden Sommer hat sich das an manchen Hotspots des Klettersports recht deutlich gezeigt, zum Beispiel im Nördlichen Frankenjura, dem Kletterdorado Nummer eins in Deutschland. Da waren die Parkplätze an den beliebten Felsen vollkommen überfüllt, viele Einheimische waren schlicht genervt. Am Weg zum Fels sowie beim Klettern selbst lief auch nicht alles optimal. Wie gesagt: Kein Wunder, wo viele Menschen sind und viele die eigentlich recht einfachen und nachvollziehbaren Regeln noch gar nicht kennen. 

Hier die wichtigsten Regeln:

• Respektiere Kletterverbote.
• Parke rücksichtsvoll.
• Bleib auf den Wegen. Schütze die Pflanzen.
• Vermeide Lärm.
• Hinterlasse so wenige Spuren wie möglich: Müll mitnehmen, Toiletten nutzen oder im Notfall entsprechende Hinterlassenschaften vergraben.
• Nutze Chalk nur da, wo es erlaubt ist.
• Meide die Dämmerung und die Nacht.

Detaillierte Infos zu den Regeln gibt hier.

Felsklettern und Naturschutz sind vereinbar

In Deutschland gibt es über 4000 Felswände und Felstürme, an denen geklettert werden darf. Selbstverständlich ist das nicht, denn viele Felsen sind Rückzugsgebiete für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Deshalb gibt es für viele dieser Wände und Türme sogenannte Kletterkonzeptionen, in denen festgehalten ist, wo und wann genau das Klettern erlaubt oder verboten ist. Darauf haben sich die vor Ort jeweils betroffenen Kletterer, Naturschutzverbände und Behördenvertretungen in jahrelangen Abstimmungsprozessen geeinigt.
 
Die erreichten Kletterkonzeptionen sind tolle Errungenschaften. Sie stellen den Klettersport an natürlichen Felsen in Deutschland auch langfristig sicher. Und sorgen gleichzeitig dafür, dass der Naturschutz nicht auf der Strecke bleibt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich alle Beteiligten an die Regeln halten. Pandemiebedingte Zuspitzungen, wie sie im zurückliegenden Sommer sichtbar waren und wahrscheinlich auch im kommenden Sommer nicht ausbleiben werden, sollten die Vereinbarkeit von Klettern und Naturschutz nicht gefährden.

Draußen Klettern ist übrigens nicht nur deshalb ganz anders als in der Halle, weil es sich in der Natur abspielt. Sondern auch, weil völlig andere Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen sind. Darum geht es schwerpunktmäßig in der DAV-Kampagne Draußen klettern ist anders.



Weitere Informationen:

DAV-Kampagne #natürlichklettern

 

12. März 2021

Begegnungen mit dem Wolf

Neue Empfehlungen des Club Arc Alpine bieten eine allgemeine Orientierung, um zur Sicherheit bei Wolfsbegegnungen und zum Schutz der Tiere beizutragen.


Foto: Wikimedia Commons/Martin Mecnarowski

Die alpinen Vereine setzen sich für ein respektvolles Miteinander von Menschen und Wildtieren ein. Sobald Wildtiere Menschen wittern oder sehen, ziehen sie sich normalerweise zurück. Das gilt auch für Wölfe und Braunbären. Beide Arten leben seit einigen Jahren wieder in Teilen der Alpen.

Der Wolf ist ebenso wie der Bär, der Luchs und die Wildkatze eine wichtige Komponente für die Biodiversität und damit verbunden Teil eines intakten Ökosystems. Aufgrund ökologischer sowie sozioökonomischer Veränderungen und eines strengen Schutzregimes beginnt der Wolf seit den 70ern wieder seine ursprünglichen Aufenthaltsgebiete zu besiedeln.


Weitere Informationen:

Flyer "Begegnungen mit dem Wolf" (PDF)

09. März 2021

Landesverband NRW des DAV veröffentlicht Flyer zum Mountainbiken

Mountainbiken erfreut sich immer größerer Beliebtheit, vor allem in Corona-Zeiten und gerade im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen. Dabei kommt es immer häufiger zu Konflikten mit Wanderern, Waldbesitzern und anderen Nutzergruppen. Auch Umweltschäden können durch unsachgemäßes Mountainbiken entstehen. Um dies zu vermeiden und Biker zu informieren hat der Landesverband NRW des Deutschen Alpenvereins einen Flyer zum Thema veröffentlicht.


Foto: DAV/Wolfgang Ehn

Radfahren ist gesund und macht Spaß; auf dem Mountainbike durch Wälder und Wiesen zu fahren bringt ein noch schöneres Erlebnis. Allerdings werden Wege auch von Wanderern genutzt, Wälder und Weiden dienen Land- und Forstwirten zu ihrem Lebensunterhalt. Konflikte sind vorprogrammiert, wenn jeder nur auf seinen Vorteil schaut, was bereits zu einer Reihe von gegenseitigen Vorwürfen geführt hat. Der DAV hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Konfliktfeld zu vermitteln und für gegenseitige Rücksichtnahme zu werben.

Konflikte können auch entstehen, wenn beim Mountainbiken die notwendigen Verhaltensweisen in der Natur nicht beachtet werden. Oft werden Schäden an Tieren und Pflanzen schlichtweg aus Unkenntnis verursacht, zum Beispiel wenn Biker nicht wissen, dass bestimmte Tiere in der Brut- und Aufzuchtzeit besonders störempfindlich sind oder in der Dunkelheit Ruhe im Wald brauchen. Erosionsschäden können unter anderem durch Fahrtraining vermieden werden, weil darin bodenschonendes Bremsen beigebracht wird.

Der Landesverband NRW des DAV hat daher einen Flyer aufgelegt, der sich an Mountainbiker im Alpenverein und darüber hinaus richtet. Er soll aufklären und dazu anregen, einige wesentliche Regeln zu beachten. Das kann im Einzelfall auch Verzicht auf bestimmte Trails und Wege bedeuten, soll auf lange Sicht aber dazu führen, dass umfangreiche Sperrungen vermieden werden. Der DAV setzt damit durch Information auf die Eigenverantwortung der Mountainbiker und hofft auf ein partnerschaftliches Miteinander von allen Naturnutzern. Mountainbiken in Gemeinschaft des DAV ermöglicht mehr Fahrsicherheit, Training und Naturverständnis und macht zusammen mehr Freude! 

Weitere Informationen:

Flyer des DAV NRW (PDF)

Kampagne "Natürlich biken" des DAV

Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Alpenvereins

02. November 2020

COVID-19-Hinweis

Aufgrund der aktuellen Coronapandemie und der damit verbundenen Bund-Länder-Beschlüsse ist die Geschäftsstelle seit dem 02.11.2020 bis auf Weiteres geschlossen.

Sämtliche Sektionskurse, Sektionstouren sowie Veranstaltungen sind vorerst abgesagt! Das Ausleihen von Bergsportmaterial, Karten und Büchern ist derzeit nicht möglich.

Wir sind aber weiterhin für Euch telefonisch und per E-Mail erreichbar und werden Euch hier regelmäßig über Neuerungen informieren.

Landesverbandsmitgliederversammlung des DAV NRW am 28. September 2019

Thema war unter anderem der erfolgreiche Abschluss des ersten Zyklus des Alpinkaders (s. Bericht unten). Maßgebliche Initiatoren und durchführende Personen sind Charly Langbein und Dave Colling, beides Mitglieder der Sektion Bonn. Sie wurden auf der Landesversammlung NRW geehrt. Zurückgetreten zum  01.01.2020  ist Claus Koch vom Amt des Schatzmeisters des Landesverbands. Die Bilder zeigen die Verabschiedung des Schatzmeisters und die Ehrung der Alpinkaderverantwortlichen.


 

 

 

Vom 16. Juli bis zum 16. August 2019 werden die Jungs vom DAV Alpinkader NRW im Pamir-Alai-Gebirge unterwegs sein. Es ist die Abschluss-Expedition des Landeskaders.

Ziel ist das Kara-Su-Tal im Südwesten Kirgistans, berühmt für seine Granit-Bigwalls. Neben hochalpinen Felsklettereien warten auf die Kader-Jungs auch kombinierte Wände an Bergen mit bis zu 5500 Metern Höhe.

Die geplante Reiseroute führt von Frankfurt (Main) über Moskau nach Osch im Süden Kirgistans. Von dort fahren die vier Kadermitglieder Martin Brückner (DAV Duisburg), Moritz Krämer (DAV Siegerland), Sebastian Sarx (DAV Köln) und Merlin Mannich (DAV Siegburg) sowie ihre zwei Expeditionsleiter Kadertrainer Charly Langbein (DAV Bonn) und Bergführeranwärter Benedikt Hiebl (DAV Freilassing) nach Ozgerush. Es folgt ein zweitägiger Fußmarsch ins Basecamp im Kara-Su-Tal. Pferde und Esel werden das Gepäck auf der etwa 50 Kilometer langen Strecke transportieren, organisiert von der Agentur Ak-Sai Travel. Auch im Basecamp kann der Alpinkader auf die Unterstützung der Agentur mit Sitz in Bischkek zählen. Bei sämtlichen alpinen Aktivitäten sind die Jungs auf sich allein gestellt.

Hochalpines Felsklettern und kombinierte Anstiege an großen Gipfeln

Im Basecamp verbringen die Athleten 23 Tage. Ihre Ziele: freie Klettereien und Bigwallrouten an den Granitwänden des Asan (4230 Meter), Russian Tower (4300 Meter) und Peak 4810 (4810 Meter). Außerdem stehen Hochtouren am Pik Piramidalny (5509 Meter) und am Kara-Su (5309 Meter) auf dem Plan.

Sascha Müller (DAV Bonn) sowie Bergführer und Trainer Fritz Miller (DAV Reutlingen) können aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Expedition teilnehmen. Bergführeraspirant Benedikt Hiebl, der für den verletzten Miller einspringt, war bereits auf einer Expedition im Kara-Su-Tal. Alpinkader-Organisator David Colling ist froh, dass der 26-Jährige das Team des Alpinkaders unterstützt: „Nicht nur wegen seiner Ortskenntnisse ergänzt Bene unser Team perfekt. Mit ihm sind wir wieder sehr gut aufgestellt.“

Hinweis für die Redaktionen:

Weitere Infos finden Sie unter www.alpinkader.de und bei Facebook: www.facebook.com/alpinkader

Pressebilder und Logos gibt es unter www.alpinkader.de/presse

Ansprechpartnerin: Kirsten Lange, presse(at)alpinkader.de

 

Klimaschutz

DAV-Klimaschutzwald im Siebengebirge ist gesichert!

In diesem Sommer war es nun soweit: Die letzte Pflegemaßnahme zur Sicherung der Kultur unseres Klimaschutzwaldes auf dem Pfaffelsberg im Siebengebirge war vollendet! Beim abschließenden Einsatz waren 14 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Einsatz, um den bedrängenden, teils zwei Meter hohen Adlerfarn zum Schutz der kleinsten Buchen, Wildkirschen und Speierlingen zu schneiden oder zu knicken. Nun hat der junge Buchenmischwald die Jugendgefahren, wie Dürre, Hasen- oder Rehverbiss und in unserem Fall besonders bedeutend, den verdämmenden Adlerfarn, weitgehend überstanden.

 

Ein Rückblick: Vor fünf Jahren hatten wir gemeinsam mit dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft den ersten Pflanzeinsatz auf dem Paffelsberg im Rahmen unseres Klimaschutzprojektes „Brennende Luft“ begonnen. Robert Nikolayczik gebührt der Dank für die Initiative des ersten Vorgängerprojektes in der Eifel und die besondere Einführung mit einem Aktionskonzert der Musikschule Bonn. Unter der Schirmherrschaft des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch, hatten wir im November 2013 die ersten Buchen und Wildkirschen auf einer Windwurffläche eines ehemaligen Fichtenwaldes begonnen. Die Schaffung einer Klimaschutzwaldes bildete den praktischen Teil in einem Gesamtkonzept, den klimaschädlichen Verbrauch von CO2 in der Sektion zu bilanzieren, zu vermeiden und zu kompensieren. Neben der finanziellen Unterstützung eines Kompensationswaldes in Mittelamerika mit dem Partner CO2OL wurde ein praktischer Part in der Schaffung eines Klimaschutzwaldes in unserer Heimat umgesetzt.

 

Die Kenntnisse über den Klimawandel und die Möglichkeiten des Klimaschutzes konnten so den Mitgliedern der Sektion theoretisch und praktisch vorgestellt werden. Es wurde deutlich, dass Klimaschutz uns alle angeht und jeder seinen Teil am erforderlichen Klimaschutz beitragen kann.

 

In den vergangenen fünf Jahren haben rd. 50 junge und ältere Klimaschützer der Bonner Sektion bei sieben Arbeitseinsätzen mit rd. 350 Arbeitsstunden den DAV-Klimaschutzwald angelegt. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung des Vorstandes, der kleinen und großen Mitglieder der Familiengruppe sowie bei allen anderen mitschaffenden Sektionsmitgliedern ganz herzlich für den tatkräftigen Einsatz bedanken!
Jede/Jeder Einzelne wird hoffentlich die Stunden in unserem Klimaschutzwald nicht vergessen, die Mühen, die Erlebnisse und die Freude am gemeinsamen Ergebnis. Vielen Dank!! Dank auch an den Revierleiter, Herr Sommerhäuser und seinen Forstwirt, Herr Otto, die uns fachkundig und erläuternd bei den Einsätzen anleiteten.   
 
Im Rahmen der naturkundlichen Wanderungen der Bonner Sektion werde ich immer wieder gern diesen Ort ansteuern und thematisch einbauen, damit uns allen dieser Einsatz in unserem Klimaschutzwald in Erinnerung bleibt und die Gelegenheit besteht, das Waldwachstum von den jungen Waldbäumen zu einem stattlichen Wald beobachten zu können.    

Ihr Marco Reeck 

Ausgewählte Klimaschutz-Fakten:

  • 11 der wärmsten Jahre weltweit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen fanden in den letzten 12 Jahren statt 1
  • Die Schmelze des Grönlandeises war sechsmal so groß von 2002 bis 2011 im Vergleich zu den zehn Jahre zuvor 1
  • Die Alpengletscher haben seit 1850 um 60 % an Volumen verloren 1
  • Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Flächenmittel von Deutschland um 1,2 Grad gestiegen (1881-2010) 2
  • Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge ist um rd. 11 % gestiegen 2
  • Die Anzahl der Heißen Tage (Höchsttemperatur > 30 Grad) ist von im Mittel 3 Tagen auf etwa 8 Tage angestiegen 2
  • Die Anzahl der Eistage ist von 27 (Höchsttemperatur von < Null  Grad) ist von 27 Tagen auf etwa 21 Tage pro Jahr gesunken 2
     

1: DAV-Broschüre Klimawandel in den Alpen (Hrsg. DAV 11/15)
2: Erster Monitoringbericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe der
   Deutschen Bundesregierung zur Deutschen Anpassungsstrategie an
   den Klimawandel 2015